Dokumente zu verstehen, Daten auszulesen und Ausnahmen abzufangen, das sind die Grundlagen. Doch ein ausgelesenes Dokument ist noch lange kein erledigter Fall. In der Praxis geht die eigentliche Arbeit danach erst los. Paperfly umfasst deshalb nicht nur die intelligente Dokumentenverarbeitung (IDP) selbst, sondern auch die Schritte, die daraus im weiteren Prozess entstehen.

Paperfly geht über klassisches IDP hinaus: Die Verarbeitung endet nicht mit dem Auslesen eines Dokuments. Die Informationen steuern vielmehr, wie der Vorgang weiterläuft.

Serie: Intelligente Dokumentenverarbeitung (IDP) in der Praxis

Wie modernstes IDP+, dynamische Workflows und Human-in-the-Loop unstrukturierte Dokumente in vollständige Geschäftsprozesse verwandeln.


Das erwartet Sie in diesem Artikel:

Paperfly macht weiter, wo klassisches IDP aufhört

Klassisches IDP liest Daten aus. Aber was passiert, wenn ein Nachweis fehlt, der Kunde vergessen hat zu unterschreiben oder eine fachliche Freigabe nötig ist? Dann landet der Vorgang doch wieder auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters. Der Text ist zwar erkannt, der Fall aber keinen Schritt weiter.

Warum der Vorgang oft noch nicht beendet ist:

  • Ein fehlender Nachweis muss weiterhin beschafft werden.
  • Eine relevante Angabe des Kunden fehlt.
  • Eine Identitätsprüfung ist nötig
  • Eine Unterschrift steht noch aus.
  • Es fehlt eine fachliche Entscheidung.
Die erkannten Informationen werden bei Paperfly nicht nur ausgegeben, sondern direkt genutzt. Sie bestimmen, welcher Schritt als Nächstes nötig ist, ob etwas nachgefordert werden muss oder ob der Vorgang ohne weiteren Eingriff weiterlaufen kann.

Zwei Optionen der Intelligenten Dokumentenverarbeitung

Funktion / Ebene Klassisches IDP Paperfly IDP+
Dokumente erkennen und klassifizieren ✓ ✓
Informationen extrahieren ✓ ✓
Daten validieren ✓ ✓
Vorgangskontext berücksichtigen Teilweise Dokument und Daten werden dem passenden Vorgang zugeordnet
Nächsten Prozessschritt bestimmen ✕ Erkannte Informationen steuern direkt den weiteren Ablauf
Fehlende Angaben und Dokumente einholen ✕ Über die Funktionen Quick Forms und Document Collection direkt im Vorgang
Kunden direkt einbinden ✕ Kundenaktionen werden Teil des bestehenden Workflows
Identität prüfen und E-Signaturen einholen ✕ Über die Funktionen ID Check und E-Signaturen direkt im Prozess
Ausnahmen behandeln Unsicherheit oder niedrige Konfidenz wird erkannt und zur Prüfung gegeben Human Task wird gezielt ausgelöst, danach läuft derselbe Workflow weiter
AI Agents einsetzen Kein typischer Bestandteil klassischer IDP-Systeme Zahlreiche Optionen für klar abgegrenzte Aufgaben innerhalb definierter Leitplanken
Prozess bis zum Abschluss steuern ✕ Bestandteil des Plattformansatzes / Strukturierte Daten, Dokumente, Status und Ergebnisse werden nach Abschluss des Vorgangs übergeben

Paperfly automatisiert also den gesamten Vorgang bis zum Ergebnis. Menschen greifen nur dort ein, wo eine fachliche Prüfung oder Freigabe nötig ist. Dafür verwenden wir den Begriff IDP+.

Was ist IDP+? IDP+ (Intelligent Document Processing Plus) erweitert klassische Dokumentenerkennung um automatische Prozesssteuerung, aktive Kundeneinbindung (z. B. Document Collection) und finale Datenübergabe an Kernsysteme.

Gemeint ist also keine weitere Stufe der Texterkennung. Es ist die Verbindung von intelligenter Dokumentenverarbeitung mit aktiver Prozesssteuerung.

Warum einzelne digitale Tools keinen durchgängigen Prozess ergeben

Viele Unternehmen haben ihre Prozesse längst digitalisiert. Doch oft nur an einzelnen Stellen. Formulare werden online ausgefüllt, Identitäten digital geprüft und Verträge elektronisch unterschrieben. Trotzdem bleibt zwischen diesen Schritten oft erstaunlich viel „Handarbeit“ übrig.

Drei Beispiele, in denen die digitale Kette heute noch reißt:

  1. Das IDP verarbeitet, was eingegangen ist. Ob für den Vorgang noch ein Dokument fehlt, ist eine andere Frage. Dafür müsste bekannt sein, welche Unterlagen im konkreten Fall benötigt werden und was bei einer Lücke passieren soll. Was folgt ist doch wieder manuell.
  2. Ähnlich bei einem Formular: Die Daten sind digital erfasst. Wenn anschließend aber jemand prüfen muss, zu welchem Fall sie gehören oder welchen nächsten Schritt sie auslösen, ist der Prozess nur an einer Stelle digital.
  3. Bei einer E-Signatur ist es nicht anders. Das Dokument ist unterschrieben. Danach muss trotzdem feststehen, ob der Vorgang abgeschlossen ist, eine Freigabe folgt oder die Ergebnisse an ein Fachsystem übergeben werden.

Viele „digitale Inseln“, aber kein durchgängiger Workflow. Paperfly bildet diese Schritte deshalb innerhalb eines Systems ab.

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Nach dem Auslesen direkt in den vollständigen Prozess.
Fehlende Angaben oder Dokumente? Paperfly fordert Rückläufe automatisch beim Kunden an und führt Ihren Vorgang nahtlos weiter.

So sieht der komplette Dokumentenprozess aus: Ein Vorgang mit Paperfly durchgespielt

Der Datenfluss im Überblick:

  1. Erfassung & Zuordnung: Dokumenteneingang erfassen, Inhalte auslesen und dem Vorgang zuordnen.
  2. Vollständigkeitsprüfung: Automatisch abgleichen, ob alle benötigten Nachweise und Daten vorliegen.
  3. Automatisierte Nachforderung (Exception Handling): Fehlende Unterlagen gezielt beim Kunden anfordern (z. B. via Document Collection).
  4. Verifizierung & Freigabe: Identitätsprüfung (ID Check), E-Signatur oder gezielte Bearbeitung unklarer Punkte per Human Task.
  5. Systemübergabe: Abgeschlossener Vorgang und strukturierte Daten werden direkt an das Kernsystem (CRM/ERP/DMS) übergeben.

Nehmen wir einen einfachen Fall: Ein Kunde reicht einen Antrag zusammen mit mehreren Dokumenten ein. Auf den ersten Blick sieht alles vollständig aus. Der Antrag ist da, die Anhänge ebenfalls. Paperfly erfasst den Eingang, erkennt die vorhandenen Dokumente, liest die relevanten Informationen aus und ordnet sie dem richtigen Vorgang zu.

Dabei zeigt sich: Ein erforderlicher Nachweis fehlt.

Normalerweise greift jetzt jemand zum Hörer oder tippt manuell eine E-Mail. Bei Paperfly erkennt der Workflow die Lücke automatisch. Der Kunde erhält gezielt die Aufforderung, den fehlenden Nachweis einzureichen. Nicht den kompletten Antrag noch einmal, nicht eine allgemeine Nachricht mit der Bitte, „die Unterlagen zu vervollständigen“. Sondern genau das, was noch fehlt.

Der Rücklauf landet nicht irgendwo im Postfach und eröffnet auch keinen neuen Vorgang. Paperfly ordnet das Dokument wieder dem bestehenden Fall zu und verarbeitet es dort weiter. Ist jetzt alles vollständig, kann der nächste Schritt direkt folgen.

Vielleicht reicht das bereits aus und der Vorgang kann weitergegeben werden, vielleicht verlangt der konkrete Fall zusätzlich eine Identitätsprüfung. Dann wird der ID Check eingebunden. Muss noch eine Erklärung oder ein Vertrag unterschrieben werden, folgt die E-Signaturen.

Der Ablauf richtet sich also genau danach, was ein Vorgang tatsächlich braucht.

Und wenn etwas nicht eindeutig ist?

Dann wird nicht zwanghaft weiter automatisiert. Weichen Informationen voneinander ab oder braucht es eine fachliche Entscheidung, erhält ein Mitarbeiter genau diese Aufgabe als Human Task. Er prüft den fraglichen Punkt, trifft seine Entscheidung und gibt den Vorgang zurück in den Ablauf.

Danach übernimmt der automatisierte Workflow wieder.

Am Ende stehen nicht einfach nur ausgelesene Dokumente oder einzelne digitale Arbeitsschritte. Die benötigten Informationen sind vorhanden, alle offenen Punkte geklärt und erforderliche Kundenaktionen abgeschlossen. Daten und Dokumente können anschließend an das bestehende Fach- oder Kernsystem übergeben werden.

Paperfly ergänzt bestehende Fach- und Kernsysteme

Paperfly nutzt bestehende Systeme. Die Plattform setzt dort an, wo Dokumente, Kundenaktionen und Prozesslogik zusammenkommen, verarbeitet den Vorgang bis zu einem klaren Ergebnis und übergibt die strukturierten Daten anschließend an die vorhandene IT-Landschaft.

Typische Zielsysteme sind zum Beispiel:

  • CRM
  • ERP
  • DMS
  • Core-Banking-Systeme
  • Versicherungs-Bestandssysteme
  • andere Fachverfahren

So landet im Zielsystem nicht der unbearbeitete Eingang, sondern ein vollständig bearbeiteter Vorgang, der direkt abgeschlossen ist oder weiterverarbeitet werden kann.

Fazit: Paperfly führt den Vorgang ins Ziel

Dokumente automatisch zu erkennen, zu klassifizieren und auszulesen, ist ein wichtiger Schritt. Aber eben nur einer.

Der eigentliche Aufwand beginnt danach. Unterlagen fehlen, Angaben müssen ergänzt werden, Kunden müssen erneut eingebunden werden, eine Identitätsprüfung steht aus oder ein Sonderfall braucht eine fachliche Entscheidung. Wenn diese Schritte wieder außerhalb des digitalen Prozesses stattfinden, bleibt trotz IDP viel Handarbeit bestehen.

Paperfly setzt genau dort an. Die Plattform führt den Vorgang weiter, bindet fehlende Informationen oder Kundenaktionen direkt ein, steuert Ausnahmen kontrolliert und übergibt das Ergebnis anschließend an bestehende Systeme.

Häufige Fragen zu Paperfly IDP

Was unterscheidet Paperfly IDP+ von klassischer IDP-Software?

Klassisches Intelligent Document Processing erkennt und klassifiziert Dokumente, liest relevante Informationen aus und stellt diese strukturiert bereit. Paperfly IDP+ umfasst das alles und führt den Vorgang danach auch noch weiter. Die gewonnenen Informationen können Workflows steuern, Nachforderungen auslösen, Kunden einbinden, Ausnahmen behandeln und Ergebnisse an bestehende Systeme übergeben.

Welche Aufgabe übernehmen Dynamic Workflows bei Paperfly?

Dynamic Workflows steuern, welcher Schritt innerhalb eines Vorgangs als Nächstes folgt. Dafür können Dokumente, erkannte Informationen, Kundenrückläufe oder andere Ereignisse als Auslöser dienen. So kann beispielsweise ein fehlender Nachweis eine Document Collection und eine erforderliche Identifikation einen ID Check starten.

Was passiert bei Paperfly, wenn ein Vorgang nicht eindeutig automatisiert werden kann?

Wenn das System unsicher ist, übernimmt ein Mensch, aber nur für diese eine Entscheidung. Die Plattform legt dem Anwender genau die Unklarheit auf den Tisch. Sobald er auf „Freigeben“ klickt, läuft der automatische Workflow an genau der Stelle weiter.

Wie werden AI Agents in Paperfly-Workflows eingesetzt?

AI Agents übernehmen klar abgegrenzte Aufgaben innerhalb eines definierten Workflows. Sie können beispielsweise Informationen bewerten, Zusammenhänge prüfen oder nächste Aktionen vorbereiten. Dynamic Workflows setzen dabei den Rahmen. Liegt ein Fall außerhalb der definierten Grenzen, kann eine Human Task ausgelöst werden.

Welche Paperfly-Komponente übernimmt welche Aufgabe?

Je nachdem, was im Vorgang gerade fehlt oder passieren muss, übernimmt ein anderer Paperfly-Baustein. Die Komponenten arbeiten dabei nicht isoliert, sondern innerhalb desselben Workflows.

Aufgabe im Prozess Paperfly-Komponente Rolle im Vorgang
Eingänge verstehen und einordnen AI Inbox / IDP+ E-Mails und Dokumente erfassen, Inhalte erkennen, Informationen auslesen und dem passenden Vorgang zuordnen
Prozess abhängig vom Fall steuern Dynamic Workflows Bedingungen auswerten und festlegen, welcher Schritt als Nächstes folgt
Fehlende Angaben erfassen Quick Forms Einzelne Informationen direkt beim Kunden oder Beteiligten ergänzen
Dokumente und Nachweise einholen Document Collection Benötigte Unterlagen gezielt anfordern, Rückläufe zuordnen und weiterverarbeiten
Identität prüfen ID Check Die passende Identitätsprüfung direkt in den laufenden Prozess einbinden
Unterschriften einholen E-Signaturen Erklärungen, Verträge oder Freigaben elektronisch unterschreiben lassen
Klar abgegrenzte Aufgaben automatisiert bearbeiten AI Agents Informationen bewerten, Zusammenhänge prüfen und definierte Aktionen innerhalb des Workflows übernehmen
Fachliche Ausnahmen bearbeiten Human Tasks Fälle gezielt an Mitarbeiter übergeben, wenn eine Prüfung, Entscheidung oder Freigabe nötig ist
Ergebnisse an bestehende Systeme übergeben Schnittstellen Daten, Dokumente und Status an Fach- und Kernsysteme weitergeben

Der eigentliche Vorteil entsteht im Zusammenspiel. Die Komponenten bilden keine lose Sammlung einzelner Funktionen. Sie greifen dort ineinander, wo es der konkrete Vorgang verlangt.